Was bedeutet: Zuflucht nehmen? - Teil 1

Lama Ole Nydahl, Krefeld 2006 - 1, Fotograf Tobias Steinhoff
Lama Ole Nydahl, Krefeld 2006 - 1, Fotograf Tobias Steinhoff

In den Ausführungen der buddhistischen Lehren geht es auch um die Motivation, die uns zu etwas veranlasst. Es stellt sich die Frage, was wir mit dem Nachdenken - Meditieren - erreichen wollen?

Beweggründe für das Meditieren

Warum meditieren wir?

 

Wollen wir ein besserer Mensch werden?

Wollen wir etwas Gutes tun?


Wollen wir etwas besitzen?

Brauchen wir mehr Geld?


Mehr Urlaub? Mehr Freizeit? Mehr Liebe?


Wollen wir ein Haus besitzen?


Einen anderen Partner haben?

Buddhisten sind keine Heiligen

Die Buddhisten der damaligen Zeit haben - für unser Verständnis - eher fiktive Ziele wie beispielsweise die Wiedergeburt.


Was die positiven Beweggründe angeht, so sollen aber auch sie Probleme gehabt haben.

 

So steht geschrieben:

»Meiner Ansicht nach kommt es bei uns recht selten vor, dass wir wenigstens aus dem geringsten aller positiven Beweggründe heraus handeln, nämlich aus Sehnsucht nach einer besseren Wiedergeburt - ganz zu schweigen von dem besten aller Beweggründe, Bodhicitta (der Geisteshaltung, die Erleuchtung anstrebt) oder dem zweitbesten, der Entsagung.«*

 

Buddhisten sind also keine Heiligen, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen.



Meditieren Buddhisten anders als wir?

Auch wenn unsere Ziele wahrscheinlich andere sind, ähneln wir den Buddhisten, nämlich wenn es darum geht, zu meditieren.

 

Selbst das Rezitieren einer kleinen Gebetskette ** wird von vielen von ihnen als lästige Pflicht empfunden und auch sie werden dabei müde oder abgelenkt.

Es fällt fast allen schwer, den Geist bei einer Sache zu halten.

Diese kleine und wenig Zeit kostende Handlung richtig auszuführen, ist für viele schon ein großes Unterfangen.

 

Sogar während der Meditation widmen die meisten Menschen den Dingen des Lebens schnell die ganze Aufmerksamkeit. 

Der Autor des Lamrim schreibt:

»Wir mögen vielleicht das Gefühl haben, viel Heilsames zu tun, in Wahrheit steht das Heilsame jedoch auf wackligen Füßen.«



In »Befreiung« wird empfohlen:

»Wir sollten die Zuflucht bei den Drei Juwelen (Buddha, Dharma, Sangha) suchen, denn nur sie können uns vor diesem Schicksal bewahren.« 

 

Mit der Formulierung »diesem Schicksal« meint man hier die Art der Wiedergeburten - eine gute oder schlechte.



Warum suche ich Zuflucht ?

Ich suche einen Ort, der mir Schutz bietet - eine Zuflucht vor dem Leid der Welt.


Ich möchte


... ein besserer Mensch werden. 

 

... mein Denken und Verhalten ändern. 


... lernen, mein Gesagtes zu kontrollieren.


... niemanden mehr verletzen, auch nicht durch Worte. 

 

... keine Angst mehr haben, weil mein Geist mit mir macht,

     was er will.


... lernen, alle Menschen zu lieben.


... Mitgefühl entwickeln und zum Wohle der Menschen

    leben ...


Und darum habe ich mir die Frage gestellt: Wer kann mir dabei helfen?


 

Im Lamrim steht:

»Es liegt nun an uns, unser Verhalten gemäß den Gesetzen von Ursache und Wirkung zu verändern, und zwar auf einwandfreie Weise.

 

In einem Sütra heißt es:

Die Buddhas waschen Unheilsames nicht mit Wasser weg;


Sie wischen den Wesen das Leiden nicht mit der Hand ab;


Sie können ihre Erkenntnisse

Nicht auf andere übertragen.


Sie befreien, indem sie die Wahrheit

Der Soheit lehren.« *

 



Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha


Ich sehe nur eine Möglichkeit, wenn ich mich ändern will:

Ich muss mich weiter mit den buddhistischen Lehren auseinandersetzen, meine Motivation in die von mir gewünschte Richtung lenken und entsprechend handeln.


Ich vertraue also Buddhas Lehren (Buddha, Dharma) und öffne mich der gleichdenkenden Gemeinschaft (Sangha).

 

... denn wenn ich etwas ändern möchte, dann muss ich zuerst bei mir beginnen.


Zuflucht nehmen: Teil 2


* Zitate aus »Befreiung in unseren Händen«, Pabongka Rinpoche, Bd. 1, Diamant Verlag, 1. Auflage 1999

 

**  Gebetskette im Buddhismus:

Man nennt sie Mala. Sie besteht oft aus 108 Perlen und ist meist aus Naturmaterial gefertigt. 108 Perlen stehen für die 108 Bände der Lehren des Buddha.

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Kommentare: 2
  • #1

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