Buddha sagte-Prüfe alle Worte und Lehren

"Reading" von Magdalena Roesener
"Reading" von Magdalena Roesener

Buddha sagte, dass man, um urteilen zu können, stets alle Worte und Lehren prüfen soll.

 

Ich beschäftige mich gerade mit den Lamrim-Lehren (Lehren des tibetischen Buddhismus). Mir fällt es schwer, zu entscheiden, mit welcher Schrift sich Laien - gerade am Anfang - auseinandersetzen sollen. Beim Lesen der Unterweisungen in »Befreiung in unseren Händen« stieß ich auf eine Stelle, die mir die Antwort gab:

Widerspruch?

Die unterschiedlichen Lehren verschiedener Lehrer erscheinen - oberflächlich betrachtet oder von einem Laien gelesen - oft widersprüchlich. 

 

Im Lamrim (Lehrpräsentation)* steht, dass das auch so ist, wenn man sie wörtlich sieht.

 

Wenn man sie aber als Mittel zum Zweck nimmt, das ausschließlich dazu dienen soll die Buddhaschaft zu erlangen, dann ist es egal, welcher man sich zuwendet.

 

Der Autor Papongka Rinpoche schreibt, dass sie aber gut miteinander zu vereinbaren sind.


 

 

Vertrauen

Für mich ist das eine interessante und vor allem wichtige Tatsache, denn nun kann ich mich entspannt weiter mit diesen Lamrim-Unterweisungen aus "Befreiung" beschäftigen.

 

Wenn ich mehr Wissen habe und selbst beurteilen kann, welche Schriften mir wichtig sind, sieht die Sache vielleicht anders aus.

 

Es kann sein, dass ich mich dann für eine andere Lehre entscheide.

 

Heute vertraue ich erst einmal dem Geschriebenen dieses Buches.



»`Zu verstehen, dass alle Lehren untereinander widerspruchsfrei sind`«, bedeutet, dass diese Lehren jeden Einzelnen zur Buddhaschaft führen.« * S.97



Es kommt immer auf die Situation an

Dazu fällt mir ein Beispiel ein.

Ärzte sagen, dass ein besonders agiler Mensch durchschnittlich 8 Stunden Schlaf benötigt.

 

Ein und derselbe Mensch kann aber, wenn er beispielsweise nicht mehr arbeiten gehen muss, bei eben so viel Schlaf zur Schlaftablette werden.

 

Jetzt rät der Arzt, dass er weniger schlafen soll, damit seine Lebensgeister wach bleiben.

 

Ein Widerspruch?

Überhaupt nicht. Für ein und dasselbe Ziel; in diesem Fall, ein agiler Mensch zu bleiben, ist das in der Situation die richtige Anweisung. 


Genau so verhält es sich mit den Lehren. Viele Wege führen zum gleichen Ziel.

Buddha sagte

Buddha sagte, dass man, um urteilen zu können, stets alle Worte und Lehren prüfen soll.

 

 

Ich kann sie natürlich nur insofern prüfen, wie ich in der Lage dazu bin. Also tue ich es nach bestem Wissen und Gewissen und werde sehen, wohin mein Weg mich führt. 






* Zitate aus »Befreiung in unseren Händen«, Pabongka Rinpoche, Bd. 1, Diamant Verlag, 1. Auflage 1999


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