Buddhismus-Zauberwort für Glück?

Animal Portrait - Tierportrait von Margrit
Animal Portrait - Tierportrait von Margrit

Jeder versteht unter Glück etwas anderes und jeder findet sein Glück woanders. Ein Weg ist die Suche in den buddhistischen Weisheitslehren.


Zuhören und respektieren

»Wie die Hirsche:

Wenn sie einem Klang lauschen, sind sie so versunken, dass ein Jäger sie mühelos mit seinem Pfeil erledigen kann.«

* S.122


... genauso soll man den buddhistischen Lehren zuhören ... mit voller Konzentration.

 

Die Buddhisten sagen, dass man einen Lehrer immer respektieren muss.


Egal, ob er anders spricht, als wir es erwartet haben.

Egal, ob er unmodern gekleidet ist. 

Egal, ob er einen ellenlangen Bart trägt oder eine Glatze.


Stets sollte uns klar sein, ein Lehrer macht sich die Mühe uns etwas beizubringen, sein Wissen mit uns zu teilen. Wir sollten ihn auf jeden Fall achten.

Wir sind krank

Eine interessante Auslegung habe ich im Lamrim - Befreiung in unseren Händen - gefunden. Im Sinne von Pabongka Rinpoche sind wir krank.

 

Wir sind voll Anhaftung, Hass und Unwissenheit. 



Anhaftung

Anhaftung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wir Dinge unbedingt haben wollen, auch wenn wir sie uns gar nicht leisten können oder sie nicht brauchen.


Wir wollen sie aber unbedingt und sind traurig, gar jähzornig, bis wir unser Ziel erreicht haben.


Durch den Zustand der Unzufriedenheit kann es sein, dass ich launisch bin.


Bis heute habe ich es nicht als Leid gesehen, aber so betrachtet, kann ich ehrlich sagen:

Ja, es geht mir nicht gut, wenn ich nach etwas giere.


Ich leide ... bis ich es habe ... später wiederholt es sich ... immer und immer wieder, weil ich etwas anderes möchte.

Hass

Wie schnell bin ich sauer, wenn ein Mensch Dinge sagt, die mich beleidigen.


Es passiert, dass ich ihn dann nicht mehr mag, manchmal hasse ich ihn sogar.


Was hat er aber so Schlimmes getan?


Im Grunde hat er doch nur mein Ego verletzt. Ist das so unverzeihlich?


Wenn ich nur anders denken würde ...


Hass frustriert mich, macht mich ärgerlich und missmutig. 


Laut der buddhistischen Lehren ist das selbst geschaffenes Leid.

Unwissenheit

Solange wir unwissend sind, auch verblendet genannt, werden wir die Anhaftung und den Hass nicht los.


Wir handeln unbewusst.


Es ist uns unklar, dass dieses ständige »Haben wollen« ein Auslöser von Unzufriedenheit ist.


Wenn ich darüber nachdenke, dann muss ich zugeben, dass all diese Faktoren dazu beitragen, dass ich leide. 



»Schon im Falle einer normalen Krankheit

Sollte man die Anweisungen des Arztes befolgen;

Um wie viel mehr trifft dies aber erst auf die Krankheiten zu,

Die einen schon seit Urzeiten befallen haben

Und die hundertmal gefährlicher sind,

So wie die Anhaftung und dergleichen.«* S.125

 

Shantideva, aus Bodhisattvacharyavatara




Blödsinn

Wenn ich die Gedanken von Shantideva lese, denke ich im ersten Moment:


So ein Quatsch, was weiß der buddhistische Lehrer von unserem heutigen Leben?


Dann frage ich mich aber, weiß er wirklich so wenig vom Leben?

Selbst gemachtes Leid

Was ist das Ziel unseres Lebens?


Jeder Tag ist wie der andere - hat seine Höhen und Tiefen.


Unser Alltag wird bestimmt von unseren Launen,

unserer Gier,

unserem Neid,

unserem »Ich«,

unserer Unzufriedenheit - unserem selbst gemachten Leid.

Sind wir wirklich krank?

Sind wir wirklich selbst schuld, an diesem Irrsinn?


Sind wir wirklich krank, wie Pabonka Rinpoche meint?


Es ist sicher eine interessante Auslegung.


Sie fühlt sich ungewohnt, gar merkwürdig an, aber nachdenken muss ich darüber doch.



Ich allein

Menschen, die Krebs haben, unterziehen sich schmerzhaften Prozeduren, weil sie gesund werden möchten.


Was tue ich aber, wenn ich chronisch unzufrieden bin?

 

Wie läuft unser Alltag ab?


Wir rennen den selbst gesteckten Zielen hinterher. Meistens erreichen wir sie nicht und sind darüber traurig; bekommen gar schlechte Laune.


Wir sind selten bereit, zu verzeihen und tragen anderen Menschen ewig nach, was sie gesagt oder getan haben.


Ebenso möchten wir Dinge, manchmal ohne Sinn und Verstand, unbedingt besitzen ... 


Ich betrachte den Zustand einmal aus der Sicht des buddhistischen Gelehrten und finde, dass sich das wirklich krank anhört.

Es erschreckt mich.

Buddhismus-Zauberwort für Glück

Dabei wäre vieles so einfach, wenn wir nur anders denken würden. 

 

Buddhismus - das Zauberwort für ein glückliches Leben? 

 

Ich weiß es noch nicht genau. Dazu fehlt mir das intensive Wissen.


ABER, um die Zusammenhänge der Lehren, die uns auch heute noch helfen sollen, zu verstehen, lese ich zur Zeit in dem Buch: Lamrim - Befreiung in unseren Händen.


Es stimmt mich glücklich, weil ich hoffe, mit Hilfe des neuen Wissens meinem Leben positiver gegenüberzustehen. 




* Zitate aus »Befreiung in unseren Händen«, Pabongka Rinpoche, Bd. 1, Diamant Verlag, 1. Auflage 1999