Macht Buddhismus im Alltag glücklich?

Make a Break - Street Photography in Berlin 2012 Mauerpark - York Berlin
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Auf der Suche nach dem Glück, stellt sich mir die Frage, ob der Buddhismus in unsere "moderne" Welt passt.

Und macht er wirklich glücklich?

Wie setze ich die Lehren in die Praxis um?

Diese wichtige - wahrscheinlich allerwichtigste Frage - bei der Auseinandersetzung mit dem Buddhismus oder mit den Religionen im Allgemeinen stellen sich wahrscheinlich viele Menschen.

 

Und mir geht es ebenso. 


Der Nährboden ist gesät

Ich habe mittlerweile eine Vielzahl der Lehren studiert und kann Ihnen sagen, dass es sich lohnt, sie zu lesen und zwar immer wieder. 


Dennoch habe ich Jahre gebraucht, um endlich in der Lage zu sein, die Texte leichter in mich aufzunehmen.


Es fällt mir jetzt nicht mehr ganz so schwer, die Inhalte zu erfassen. 


Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Damit ich die Informationen verstehe, wiederhole ich nach wie vor viele Zeilen, sogar ganze Textabschnitte.


Sehr hilfreich sind für mich Hörbücher, vor allem, wenn die Augen müde werden.

Sie sind aber auch deshalb so interessant, weil in ihnen viel erklärt wird. 


Obwohl es mühsam ist, was ich da tue, bin ich zufrieden, da sich allmählich kleine Fortschritte einstellen.




Mein Entschluss steht fest

Geduld ist leider nicht meine Stärke, aber ich habe einen starken Willen.


Ich habe den festen Entschluss gefasst, die Lehren des Buddhismus verstehen zu wollen.


Dazu muss ich mich dem Dharma ** öffnen - voll und ganz.

"Die alten Kadampas sagten:

Das Dharma kann schlechte Menschen zähmen,

Aber nicht jene, die dem Dharma gegenüber verhärtet sind.


Fett kann Häute weicher machen,

Aber nicht das Leder, in dem man Butter aufbewahrt.«

* S. 129

Warum?

Wichtig ist für mich an erster Stelle, warum ich all das möchte.


Dafür gibt es mehrere Motivationen.


Ohne eindeutige Motivationen, die sich bei mir auch erst jetzt langsam herausbilden und festigen, ist ein sinnvolles Studium unmöglich und vor allem umsonst. 


Ich lerne schließlich nicht des Lernens wegen, sondern ich möchte in meinem Leben damit etwas anfangen können. 



»Shantideva sagt in seinem Bodhisattvacharyavatara:


Setzt es körperlich in die Tat um:

Bloße Worte bewirken nichts.

Was hilft es einem Kranken,

Wenn er nur die ärztliche Verordnung liest?« * S. 129



Zur Besinnung kommen

Es gibt mittlerweile unzählige Beispiele in meinem täglichen Leben, die mir zeigen, dass ich langsam zur Besinnung komme.


Aber das passiert auch nur, wenn ich ständig übe.

Dazu lese ich, denke nach und setze es um - jeden Tag.


Man muss sich wirklich aus tiefstem Herzen verändern wollen. 

Keine Zeit

Wir haben alle keine Zeit. Ständig warten unerledigte Dinge.


Wenn ich mich aber entschließe, die Religionen oder speziell den Buddhismus kennen lernen zu wollen, dann muss ich mir etwas Zeit nehmen.


Ich mache das, indem ich mir klare Tagesstrukturen schaffe, die es zulassen, meinem Ziel näher zu kommen; auch wenn ich dann eine halbe Stunde eher aufzustehen muss.

Liebe und Verständnis

Manchmal bin ich über mich selbst erstaunt, wie anders ich denken und reden kann, wenn ich die Lehren in mir »leben« lasse. 


Es erstaunt mich, wie tolerant ich sein kann, wenn ich es unbedingt möchte. 


Es macht mich nachdenklich, wie viel Liebe und Verständnis wir für uns und andere aufbringen können, wenn wir es bewusst anstreben.



Veränderung sehen

Es ist großartig, wie mein Umfeld verändert erscheint; oder erscheint es nicht nur so, sondern reagiert?

 

Nichts wirkt mehr so grau, kalt und sinnlos.

 

Es erstrahlt alles viel heller, freundlicher und lebenswerter.


Engel und Heilige

Mir hilft es, täglich an die Lehren zu denken, was aber nur funktioniert, wenn ich sie verinnerlicht habe, um dann danach zu leben. 


Vielleicht kommt bei dem einen oder anderen der Verdacht auf, dass wir bei so viel positiver Energie Engel oder Heilige werden.


Das ist natürlich Quatsch. Jeder von uns wird weiterhin mit all seinen Schwächen und Stärken leben und das ist genau der Punkt, den ich langsam begreife. 

Ich bin ich

Es geht nicht darum, ein vollkommen anderer Mensch zu werden, sondern darum, sich anzunehmen wie man ist und sich mit all seinen Macken zu lieben.

 

Dennoch kann ich alles dafür tun, jeden Tag ein besserer Mensch zu werden.


Alle Überlegungen in diesem Artikel geben mir Hoffnung und schenken mir Kraft.


Wir sind es, die etwas tun können. Ob es nun mithilfe der buddhistischen Weisheiten ist oder nicht.


Ich spüre, wie mich das glücklicher macht.


Ich glaube: Wenn wir zum Segen für andere werden, dann haben wir einen Sinn im Leben gefunden. 




* Zitate aus »Befreiung in unseren Händen«, Pabongka Rinpoche, Bd. 1, Diamant Verlag, 1. Auflage 1999


** Dharma: 

Dharma ist ein zentraler Begriff aller indischen Religionen (Hinduismus, Buddhismus und Jainismus), der religionsabhängig unterschiedliche Bedeutungen hat.


Dharma beinhaltet im Buddhismus »als das von Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz die Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten und bildet in der Zufluchtsformel »Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha« eines der Drei Juwelen. (Wikipedia)


Ganz einfach ausgedrückt: Dharma ist die Lehre des Buddha.