Nicht mehr kämpfen, seine Ansprüche zurücknehmen und entspannen

Still-Leben A40 - Meditieren, Fotograf Chyn_
Still-Leben A40 - Meditieren, Fotograf Chyn_

Unsere Ansprüche an das Leben, an uns und unser Umfeld sind meist sehr hoch. Wir sind oft erschöpft, ausgelaugt und müde. Was tun?


Tretmühle

Wenn wir aufstehen, arbeitet unser Gehirn sofort auf Hochtouren.

 

Alles muss in zügigem Tempo ablaufen, wenn wir pünktlich zur Arbeit wollen.

 

Mancher lässt das Frühstück weg, weil er keine Zeit hat.

 

Ein anderer springt aus dem Bett, raucht eine Zigarette beim Kaffee und hastet los.

 

Die Tretmühle wurde in Gang gesetzt.

Es rattert im Kopf

Auf dem Weg zur Arbeit gehen uns unzählige Gedanken durch den Kopf.

 

Wie erledige ich was am Besten?

 

Wen rufe ich zuerst an?

 

Was wird mein Chef heute für Laune haben?

 

Ob die Kollegin wieder gesund ist, damit man endlich wieder atmen kann?

 

Man plant ganze Tagesabläufe, auch die nach der Arbeit.




Auch Lisa fährt zur Arbeit und denkt:

Hoffentlich arbeitet Klaus heute schneller, gestern ist er mir mit seiner langsamen Art auf den Geist gegangen.

 

Und Ulrike, die hat so blöde Fragen gestellt, das geht gar nicht.

 

Und einige Kollegen verstehen einfach nicht, was ich meine und fragen mich ernsthaft, warum ich sie antreibe.

 

Wir müssen uns sputen, es gibt soviel zu tun.

Meine Verbesserungsvorschläge, die beim Chef  liegen, scheinen ihn auch nicht zu interessieren. Gestern ist er mir sogar ausgewichen.


Der hat bloß Angst, dass ich ihn darauf anspreche. 


Soll er doch froh sein und die anderen erst recht, dass ich mir so viele Gedanken mache.


Schließlich haben sie alle etwas davon.


Wenn wir richtig Gas geben, können wir die beste Abteilung werden.


Da sagt Heidi gestern: Mensch, du bist erst 3 Monate hier, bleib ruhig.


Ruhig bleiben soll ich? Bei der Sauwirtschaft? Die piept.


Da brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn nichts vorwärts geht.


Anstatt sich zu freuen, dass ich jetzt da bin und endlich einer mitdenkt.


Ich habe schließlich nicht umsonst studiert.


Da reiße ich mir den Hintern auf, schlafe nächtelang nicht und plane, wie wir effektiver arbeiten können ...


Die regen mich auf, ich habe schon Bauchschmerzen und immer häufiger Kopfschmerzen und das alles nur, weil die nichts begreifen.



Das Beispiel mit Lisa ist übertrieben, aber es spiegelt wieder, worauf ich hinaus will. Wir allein sind für uns verantwortlich und nur wir können die Notbremse ziehen. 



Pema Chödrön, eine buddhistische Nonne

Auch ich neige dazu, mir hohe Ziele zu setzen und jage mich selbst. Auch ich bin abends wie erschossen, weil ich von einer Sache in die andere gehetzt bin. 

 

Beim Auto fahren höre ich gerne Hörbücher. Vorhin hatte ich Pema Chödrön, eine Amerikanerin und buddhistische Nonne, an.

 

Sinnbildlich sagt sie:

Hören Sie auf, zu kämpfen.

Nehmen Sie Ihre Ansprüche zurück und entspannen Sie. 

 

Ihre Worte lösten in mir etwas aus. Ich habe mir die Textstellen wiederholt angehört und im Nachhinein habe ich sie mir immer wieder gedanklich gesagt. Immer wieder. 

Hör auf zu kämpfen

Für mich bedeutet das, dass ich nicht alles infrage stelle. Das ich eine Sache hinnehme. 

Das ich anderen vertraue. 

 

Es bedeutet, dass ich mir überlege, ob es sinnvoll ist, eine Sache anzusprechen, wenn ich sie wahrscheinlich nicht ändern kann. 

 

Kämpfen aufzugeben heißt, den inneren Kampf zu beenden.

 

Den Gedankenstrom ziehen zu lassen, anstatt sich darin zu verlaufen. 

 

Kämpfen aufzugeben heißt, den emotionalen Kampf zu beenden.

 

Es bedeutet zum Beispiel, dass man sich nicht mit ungemütlichen Menschen und Situationen bis in die Nacht beschäftigt. 

Nimm deine Anforderungen zurück

Das bedeutet für mich, dass ich weniger fordernd bin. Dabei meine ich meine Ansprüche, sowie die, die ich an andere stelle. 

 

Es bedeutet, dass ich nicht ständig auf Jagd gehe, sondern die Dinge laufen lasse.

 

Es bedeutet, dass ich andere akzeptiere, wie sie sind.

 

Es bedeutet, dass ich das Gute in den Menschen sehe und toleranter bin, wenn sie nicht wie ich denken oder handeln.

 

Es heißt auch, dass ich nichts von anderen erwarte.

 

Meine Erwartungshaltung ist es, die mich gereizt, traurig oder frustriert macht. 

 

Es bedeutet ebenso, dass ich mir erreichbare Ziele setze. 

 


 




Gewohnheiten

Es ist mir bewusst, dass es unsere Gewohnheiten sind, die uns immer wieder in dieselbe Richtung treiben. 

 

In dem Moment aber, wo wir das erkennen, beginnen wir uns zu verändern.

 

Es ist wichtig, dass wir unsere Gedanken kontrollieren, damit sie nicht uns bestimmen. 

Unsere Gefühle spielen uns einen Streich.

 

Sie bestimmen, was wir denken und wie wir handeln.

 

Bedenkt man, dass das schon unser ganzes Leben so geht, dann ist auch klar, dass wir viel Zeit benötigen, um daran etwas ändern zu können.

 

Das ist also normal und kein Grund, aufzugeben.

 

Man braucht auch nicht auf sich sauer zu sein, wenn es die nächsten Wochen, Monate und vielleicht Jahre noch nicht klappt.

 

Es kommt garantiert der Zeitpunkt, an dem man sich immer besser unter Kontrolle hat.

 

Man muss nur ständig üben. 



Danke Buddha, Danke Jesus

Ich bin glücklich, dass ich aufgrund der buddhistischen Lehren zu Einsichten komme, die mir jeden Tag helfen.

 

Ich danke Gautama Siddhartha - DEM "Buddha".

 

Ich danke allen Menschen, die sich dafür einsetzen, die buddhistischen Lehren aufrechtzuerhalten und sich die Mühe machen, sie zu lehren. 

 

Wir können inneren Frieden erlangen, wenn wir die Lehren studieren und in ihrem Sinne an uns arbeiten.

 

Dasselbe geschieht auch, wenn wir die Bibel erforschen und ihre Lehren richtig anwenden.

 

Ich danke Jesus und auch im Christentum gilt mein höchster Respekt den Menschen, die aufklärend wirken und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Angie (Mittwoch, 15 Juli 2015 19:44)

    Zitat" Den Gedankenstrom ziehen zu lassen, anstatt sich darin zu verlaufen"- dieses umzusetzen musste und muss ich immer noch erlernen- aber nur das wird Helfen zur inneren Ruhe zu kommen. Sonst zerfrisst es einen manchmal von innen (mit den genannten Bauchschmerzen).

  • #2

    Sylvana Pollehn (Donnerstag, 16 Juli 2015 16:24)

    Immerhin erkennen wir schon, woran es liegt, dass wir oft nicht zur Ruhe kommen und das wiederum ist ein Anfang :)

    Liebe Grüße